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halbherz.
trinker.
ICH BIN NICHT MEIN KÖRPER.
Die Erkenntnis der Verschiedenheit von Geist und Materie ist ein uralter menschlicher Konflikt. Denn wir selbst als immaterielles, denkendes Ich finden uns in einer materiellen Hülle wieder, die rein rationell vorerst nichts mit dem denkenden Ich zu tun zu haben scheint. Alles Körperliche hat eine vom denkenden Ich unabhängige Funktion und erfüllt einen existentiellen, in erster Linie materialistischen Selbstzweck.
Dennoch wird dieser Körper im gesellschaftlichen, kulturellen Zusammenhang zur Projektionsfläche für die eigene Identität. Körperliche Eigenschaften erhalten plötzlich eine ideelle und nicht mehr nur funktionelle Bedeutung. Wir betrachten zum Beispiel als Zwitter geborene Kinder nicht rein medizinisch als eine Variante der Geschlechtlichkeit, sondern zwingen diese Erscheinungen in ein kulturelles Wertesystem, das nur Frau oder Mann anerkennt.
Ebenso verfahren wir mit unserem eigenen Körper, wollen ihn als Frau oder Mann mit allen gesellschaftlich verknüpften Werten definieren und auszeichnen. Oder empfinden Übergewicht als stigmatisierend und Vitalität als Tugend. Es gibt endlose Besipiele für die ideelle Assoziation zu eigentlich rein naturalistischen Phänomenen und für die eigentlich widersinnige Identifikation eines immateriellen Ichs mit einem materiellen Körper.
In meiner Serie setze ich mich mit dem Körper als Projektionsfläche für Identität auseinander. Mich interessiert die Vorführung unserer gesellschaftlich gelernten Assoziationen und die Annäherung an ihre Aufhebung, die unmöglich erscheint, da ich mich selbst nie vollständig von meiner kulturellen Prägung emanzipieren kann. Dennoch reizt mich eine Versachlichung bzw. Objektivisierung des Körpers, da mir dessen weitestgehende Zufälligkeit zur Identifikation fraglich erscheint. Zugleich will ich mich selbst mit meinen ideellen Verhaftungen meinen Körper betreffend konfrontieren.
"Vor einigen Jahren schnitt ich mein langes Haar ab und legte den Zopf auf ein Regal. Ich betrachtete dann in vielleicht 5 Meter Entfernung mein Haar am anderen Ende des Zimmers und genoß die Schauer, die das Verblüffen verursachte, einen körperlichen Teil von mir in dieser unwahrscheinlichen Entfernung zu sehen."
"Stell Dir vor, Du hast einen schweren Unfall, bei dem Dir ein Gliedmaß abgerissen wird. Du kommst auf der Straße liegend zu Dir und entdeckst in 10 Metern Entfernung Deinen abgerissenen Arm.
Ich meine den endlosen und fassungslosen Schrecken, bevor du es begreifst."
Die Idee von Amputation und dem folgenden Ersatz in Form einer Prothese macht in meinen Augen die mögliche Entfremdung vom eigenen Körper besonders deutlich.
Wenn unser Körper als Projektion unseres inneren Ichs fungiert, was geschieht dann mit unserem Ich, wenn wir einen Körperteil verlieren oder lebensbedrohliche Verletzungen erfahren? Wieviel habe ich selbst tatsächlich mit meinem Körper zu tun?
Die verschiedenen Umsetzungen, die mit den Prothesen entstanden sind, beinhalten vor allem die Fassungslosigkeit über diese Spaltung von Körper und Ich und suchen die Konfrontation damit.
http://miss-landmine.org/cambodia/
.de D. M11.10.08, 20:035 Commentaires |
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Sehr starke Arbeiten, hab mich total gefesselt von
1 - 87 durchgklickt und bin jezt echt bewegt!
Du hast eine Tolle Sicht der Dinge und einen unverwechselbaren eigenen Stil!
Bin gespannt auf neues!
lg
Tom
Beeindruckendes Profil
(und natürlich Bilder)
angelframes, 11.09.2009 à 21:29 Heures
spannende bilder..
christine-l, 22.05.2009 à 0:12 Heures
ich habe mich gerade bei dir durchgeklickt und mir gefallen deine serien – moderne bildsprache und intellektuelle bildkonzeption.
hab ich so noch nicht vorher gesehen,
gut!
Buttercream, 15.01.2009 à 16:48 Heures
mag deine sicht der dinge....sehr schön :)
dich werd ich mir mal merken ;)
stockhausen, 8.01.2009 à 13:48 Heures
hab mich mal durch deine bilder geklickt. alle achtung, wirklich sehenswert. du solltest ungeachtet dieser merkwürdigen community hier wieder mehr zeigen. wenn 's auch schwer fällt ;-)
juri, 8.01.2009 à 9:57 Heures
spannend, hier.... *klick*!
Photosphäre , 24.10.2008 à 3:44 Heures
Deine Darstellung von Körpern ist beeindruckend, eine ganz faszinierende Sichtweise. Man sieht selten ein Gesicht...
LG tatjana
mondbar, 18.01.2008 à 19:59 Heures
schön... gewaltig... still... mitreißend...
. alles hier .
beeindruckend
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