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Das Bild ist im Rahmen einer Photo - AG auf einer Kinderfreizeit entstanden.
Der Stuhl war der Ausgangspunkt, die Kinder sollten nach Belieben und so, dass sie sich wohlfühlten, darauf "posieren".
Bei dem Vorgang der Posenfindung habe ich mehrere Fotos geschossen, dies ist meiner Meinung nach das Beste. Die Veröffentlichung erfolgt nach Rücksprache und Erlaubnis des Kindes und vor allem der Eltern.
Ich lese als Erstes, dass dieses Foto auf einer Kinder-Freizeit im Rahmen einer Photo-AG entstanden ist. Da stellt sich mir die Frage, war der/die Fotograf/in ein Erwachsener oder ein Kind/Jugendlicher ? Ich entscheide mich für einen Erwachsenen. Weshalb, das will ich später erklären.
Ein junges Mädel, 12 -14 Jahre (??) wird gebeten, sich auf einem bereit stehenden Stuhl zu positionieren. Ihr gegenüber steht eine Kamera und sie hat die Wahl, ob sie ins Objektiv schaut oder nicht. Es wurden offensichtlich keine Vorbereitungen bezüglich des Aussehens (Kleidung, Frisur) getroffen. Nichts "Gestelltes", völlige Natürlichkeit. Auch die Umgebung ist naturbelassen, keine extra ausgewählte ........ ja so sagen die Fotografen heutzutage ................ Location.
Und das war gut so. Ein Foto, das mich anspricht, frei von aller sogenannten Professionalität. Doch die Kunst des Fotografen (weibliche Form bitte immer einbeziehen), diese bestimmte erwartungsvolle Mimik zu erzeugen, ist bemerkenswert. Eigentlich klappt das nie, wenn der Fotograf sagt: "schau mal ganz natürlich". Hier aber ist ein Bild von großer Eleganz und Schlichtheit gelungen. Auch die Körperhaltung mag ich sehr. Man sieht noch das Kind mit dem Fuss auf dem Stuhl und die lässige Handhaltung weist schon in die Teenager-Zeit.
Eigentlich gehört die Beschreibung der Vor- oder Nachteile des Models nicht in eine Rezension. Doch in diesem Fall glaube ich, dass das Ergebnis durchaus der Fähigkeit des Fotografen geschuldet ist. Das ist auch der Grund, dass ich einen erwachsenen Fotograf vermute.
Zu bemerken wäre auch noch, dass die Position der Kamera gut gewählt wurde. Sie befindet sich exakt in Höhe des Kopfes und ich denke, auch das trägt zum Gelingen des Fotos bei.
Positiv natürlich auch die gut gesetzte Freistellung und die kräftigen schwarz-weiss-Kontraste vor einem eher schmuddeligen Hintergrund, auch die aus der Mitte gerückte Position des Motivs.
Ein Manko bleibt: mir fehlt in diesem Fall eindeutig der untere Teil des Stuhls und des Beins und ein bisschen Untergrund davor.
Wäre unten alles drauf, dann hätte ich mich dafür entschieden, das Motiv erheblich knapper zu schneiden, denn ich finde den Hintergrund hier wirklich unwichtig. Aber das ist Geschmackssache.
Ein Aspekt, der mir sehr gefällt und den ich unmittelbar mit dem Bildtitel in Verbindung bringe: es wirkt, als müsse das Mädchen in seine Umgebung noch hineinwachsen, der Stuhl wirkt "zu groß" für sie, da sie sich eine eine Ecke drückt und die halbe Sitzfläche frei bleibt (dieser Aspekt hätte womöglich noch verstärkt werden können, wenn die Stuhlbeine ganz mit auf dem Bild wären, da es so aussieht, als käme das baumelnde Bein auch nicht bis zum Boden), während der Stuhl sich wiederum in der Weite des großzügigen Bildausschnitts etwas verliert. Auf der anderen Seite wirkt die Pose, wie Janne schon angemerkt hat, in ihrer Lässigkeit schon wie eine Vorausnahme eines höheren Alters. Insgesamt finde ich die Aufnahme sehr gelungen.
Grüße, CdB
Gelungen, finde ich auch!
Die Interaktion zwischen der jungen Dame und Fotograf/in ist in meinen Augen hier erfolgreich gelaufen. Wirkt natürlich und ein sehr gespannter und gleichzeitig erwartungsvoller Blick ist der Lohn.
Empfinde die Tonwerte und den Kontrastumfang hier als ausgewogen und die Strukturkontraste und der Schärfeverlauf stützen eine eindeutige Figur/Grundtrennung.
Beim Schnitt überlege ich noch, ob nicht durch einen Schnitt von oben und rechts (mit Positionierung des Kopfes und des Fuss jeweils auf Symmetriekreuzung)
der Portraitteil noch näher durch den damit einhergehenden Vergrösserungseffekt gebracht wird und das Weglassen des zumindest für die Bildaufteilung und Freistellung unbedeutenden Horizontes nicht auch sinnvoll wäre.
Die Sache mit dem Anschnitt unten erzeugt zwar einen Hauch Bauchgrummeln bei mir, aber eigentlich möchte ich das Gesicht gar nicht weiter weg sehen.
Fazit, mag ich, ein wirkungsvolles Foto für mich.
LG jens
Ein wirklich tolles Bild, auf den ersten, zweiten und sicher jedem weiteren Blick....
Es spricht mich irgendwie total an, das junge Mädchen mit ihrem kindlichen, gutgläubigen und auch vorwitzigem Blick, und die Einsamkeit der Umgebung, das Weite der, wahrscheinlich, Dünen, mit dem riesen Stuhl.
Und dann die Komposition aus beidem, wie das Kind vorwitzig und unbezwungen die Einsamkeit bezwingt. Mit ihrer kindlichen Art. Sicher schwer zu beschreiben, aber ich hoffe das kann man so sehen. Viel mehr möchte ich zu dem Bild auch nicht sagen.
Vielleicht noch die S/W Umsetzung, setzt dem ganzen noch den I- Punkt auf.
Kinder haben den Vorteil, daß sie immer relativ ungekünstelt wirken, so auch hier. Daß das Bein unten nicht drauf ist und auch die Stuhlbeine angeschnitten sind, ist nicht wichtig, so wirkt die Sitzfläche als Proszeniumsbühne. Verstärkt wird diese Wirkung dadurch, daß auch nur eben dieser Bereich in der Schärfe liegt. Ein insgesamt gelungenes Portrait.
Liebe Grüße Klaus
Das Kind ist nett, die abgeschnittenen Beine von Kind und Stuhl sind absolut nicht nett.
Ein passender Bildschnitt hätte das Kind als Motiv hervorgehoben.
Sieht aus, als wäre die Aufnahme nur mit dem Befehl "GRAUSTUFEN" behandelt. Das wirkt kraftlos.
Hallo,
als erstes gefällt mir der Beschnitt des Bildes, der Blick geht wirklich ohne Umwege sofort auf Gesicht und Körper des Kindes. Ich finde den Beschnitt absolut gelungen Beine und Füße des Kindes und die des Stuhl würden hier nur ablenken, denn der Blick geht nun mal nach hell und die helle Haut mit dem hellen Schuh würde den Blick zwischen dem T-Shirt des Kindes uns dem zweiten Fuß nur hin und her reißen. Auch den Schärfebereich finde ich sehr gut gewählt. Das Kind macht einen sehr natürlichen Eindruck, unabhängig der Haltung. Mir fällt zu dem Bild nichts ein was ich verbessert haben wollte.
Gruß
Oli
@ Herbert Rieger: Könntest du kurz beschreiben, auf was man bei diesem Bild noch achten müsste, um bei dir nicht den Eindruck zu erzeugen, es wäre nichts weiter als eine Grauwert-Umwandlung geschehen.
Ich finde nämlich gerade den Unterschied zwischen kontrastreichem Vordergrund und kontrastarmem Hintergrund besonders gut und gar nicht kraftlos.
Was kann man deiner Meinung nach noch verbessern ?
Ich selbst habe auf diesem Gebiet wenig Ahnung und würde gern dazulernen.
Ich mag das Bild! Kontrastreich, angenehmes Licht! Nur eine Kleinigkeit, über die man streiten könnte: ich wünsche mir die komplette Bank oder zumindest kein abgeschnittenes Bein! Dann wäre es sogar perfekt in meinen Augen...das Bild wirkt ehrlich und authentisch auf mich!
diese art der darstellung, mit dem schnitt vorne erzeugt dermaßen energie als würde sie gleich den monitor verlassen, dazu trägt die gespannte haltung bei.....oben vielleicht was weg, aber nur vielleicht.
der blick ist keck und auf eine gewisse art herausfordernd, so etwa nach, jetzt zeig mal was du kannst.
..wenn ein Bild eine Frage stellt, ist es für "mich" ein
gutes Bild....ich stelle mir bei diesem Bild Fragen, also
schaue ich es länger an, deshalb denke ich, dass es
eine Aussage hat...für jeden eine andere...aber die Schärfe stimmt der Hintergrund ok ..aber warum sie so alleine
auf einem Stuhl sitzend, in dieser Haltung, mit diesem Blick ...
lässt Fragen offen...Also kann ich mich nur noch einmal
wiederholen...ein Bild das man länger anschaut ist
ein gelungenes Bild !
Nein - ein nicht gelungenes Bild kann man durchaus auch öfter anschauen. Nicht gelungen bedeutet nicht automatisch uninteressant. Was mir absolut nicht gefällt sind die abgeschnittenen Beine. Beim Stuhl könnte man ein Auge zudrücken, das Mädchen als "Einbein" geht gar nicht. Es scheint als hätte der Fotograf nur mal eben schnell geknipst.
Die s/w Tonung mit dem harten Kontrast kommt gut. Leider ist der (überflüssige) weiße Himmel oben zum weißen Rahmen nicht abgegrenzt.
Den Bildschnitt empfinde ich als völlig unüberlegt. Das Hauptmotiv ist gegenüber dem völlig uninteressanten Umfeld zu wenig dominant.
mir gefällt das bild des mädchens ausgesprochen gut. kinderportraits sind im detail schwierig, aber eigentlich sind kinder sehr dankbare modelle. und im ausdruck des mädchens ist das zwischenspiel zwischen kindheit und erwachsen werden schon gut zu sehen. diese lässige kindliche haltung, aber auch dieses fragende und ernst nach vorne schauende. kontrastwerte gefallen mir gut, dieses hervorheben und absetzen vom hintergrund auch. der hintergrund könnte allerdings ein wenig ruhiger sein, die horizontwelle lenkt ab, gibt dem ganzen jedoch eine umgebung, die an urlaub und freizeit erinnert. aber ein wenig weniger poentierte landschaft hätte dem ganzen gut getan.
das angeschnittene bein ist für mich vollkommen ohne belang, mit dieser landschaft wäre sogar noch ein mutigerer anschnitt möglich gewesen, also das mädchen samt bank mehr rechts, quasi ins bild schauend aus der ecke heraus. aber auch dieser schnitt gefällt mir ausgesprochen gut, den platz über dem kopf des mädchens mag ich, nur hätte ich mir wohl einen etwas "leiseren" hintergrund gewünscht.
a) formal: es erlaubt, die Nähe zum Hauptmotiv zu wahren und gleichzeitig im Hintergrund die Dünenkontur zu zeigen.
b) inhaltlich: Haltung wie Gesichtsausdruck wie der (für mich deshalb sehr passende) Titel weisen auf ein "Dazwischen". Das Kind erscheint wie auf dem Sprung. Darüber kann auch die lässig herabbaumelnde linke Hand nicht täuschen, wie eine Reminiszenz an die kindliche Fähigkeit zum lustvoll gelangweilten "Zeittotschlagen". Hier sitzt jemand, der, mit wachem entlarvenden Blick noch aus Gefälligkeit mitspielt, aber gleich aufstehen wird etwas ganz anderes zu tun - gleich ist sie weg.
Ich mag das Porträt. Es ist eigenwillig, und es hat etwas eingefangen. Darauf kommt es mir an bei Porträts, dass sie mir etwas über den gezeigten Menschen erzählen (...auch, wenn das, was ich herauslese, letztlich nur die Geschichte sein kann, die ich mir davon mache. ;-)
(sorry für evtl. Wiederholungen, die ich nun erlesen will.)
PS (nicht zum Foto) Eine Kleinigkeit zu bemerken fiel mir an der Bilderläuterung auf: warum "vor allem" der Eltern? Ich verstehe die vermutlich angenommene Rechtsgrundlage. Das "vor allem" würd ich dennoch immer zu dem Porträtierten stellen (...zumal ja, wie gezeigt, fast erwachsen ;-).
Wozu dies Bild beurteilen - sie springt ja doch gleich wieder auf und ist weg.
Mir gefällt es wie es ist,seine kleine Geschichte 'erzählt' es auch so;ob an oder abgeschnitten,heller dunkler Farbe oder SW.
Gruß
- "Beste" Pose heißt doch wohl: Diejenge, die zu der abgebildeten Person am besten passt.
- Die Pose wirkt wie angehalten: ::: Das Mädchen hat den Stuhl bestiegen und ist dabei sich zurecht zu setzen, will das rechte Bein auch noch baumeln lassen. Da sagt der/die FotografIn: Stopp, bleib mal so ! Oder ::: Es gefiel ihm/ihr dies hochgestellte rechte Bein, er/sie war aber nicht schnell genug mit dem Auslösen. Ließ die Pose deshalb nachstellen...
- Der Schnitt betont das Gesicht, so extravagant er auch sein mag, da opfert man eben auch mal einen Unterschenkel, auch wenn die Gesamtkomposition diesen senkrechten, dunklen Akzent gut hätte vertragen können.
- Eigentlich mag ich ja gestellte Bilder nicht. Mit Kindern ist aber eben alles anders.....
Ein gutes Foto, eines, das mich dazu bingt, hier einen Kommentar zu schreiben! Über den Inhalt des Bildes ist kaum noch etwas neues zu sagen.
Was mich aber auch ein wenig umgetrieben hat, ist die Wahl des Ausschnittes. Vielleicht könnte der Fotograf die Aussage des Bildes mit der Wahl einen ausgesprochen starken Breitformats besser unterstreichen: Die Unterkante sollte so gewählt werden, dass unter dem Stuhl so gerade kein Gras sichtbar ist (dann fällt auch das gelegentlich kritisierte abgeschnittene Bein nicht negativ auf). Der obere Rand könnte für mein Empfinden nur wenig über dem Kopf des Mädchens liegen, auf keinen Fall sollte der Himmel sichtbar werden.
Mit dem Hintergrund, dass dieses Bild während einer Kinderfreizeit im Rahmen einer Photo-AG entstanden ist finde ich dieses Bild ganz große Klasse.
Zumindest hat es der "Lehrer" verstanden, den Jugendlichen zu zeigen, dass sich Fotografie nicht immer den "Goldenen Regeln" anpassen muss. Hier wurden Jugendliche angeleitet es auch einmal etwas anders zu machen wie es viele andere machen würden und genau das, macht das Bild so "einzigartig"!
An die Jugendlichen der Kinderfreizeit: "Nur Mut - und weiter so!"
Hallo Günter Linner,
finde das Bild ja auch interessant, aber Deine Meinung zu den "gold.Regeln" , die für mich niemals Regeln sondern nur Gestaltungsmöglichkeiten unter vielen anderen darstellen, teile ich nicht. Zähl mal nach, wie viele der gold. Gestaltungen hier im Bild sind:
Und dabei habe ich nur die 5 bekanntesten gold.Variationen drübergelegt. Gibt noch ein paar mehr, die habe ich wegen der Übersichtlichkeit rausgelassen.
Also eher ein lehrreiches Beispiel für aktive Anwendung dieser Schnittmöglichkeiten.
LG jens