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89 sehr positiver Scan und erster Teil einer neuen Geschichte
Bratkartoffeln und Grünkohl
Vater stand in Mutters Einkleidezimmer. Er sah in den Hinterhof, wo die großen Buchen standen und die kleinen Italiener Schutzgeldeintreibung spielten, bei Spaghetti und roter Brause. Rex Gildo sprang aus dem Radiobalkon. Die Küche roch immer gleich. Dunstnebel über der Abwaschschüssel ohne Abzughaube. In der Koch- und Waschwolke zerzausten Mutters Haare. Mein Vater zog mir mit der Handkante den dritten Tagesscheitel. Noch einen Schluck aus dem Messingflachmann, dann ging es auf den Wohnzimmerteppich zum Ringkampf. Das war traditionell gesehen ein guter Sport für einen Jungen meines Alters und in unserer Familie sowieso. Mein Großvater war Masurischer Jugendmeister im Gewichtheben. Sein Bruder jedoch nur eine fragwürdige Berühmtheit im Kölner Karneval, bekannt als „De doof Nuss!“ Unsere Familie hatte sich in ganz Europa breit gemacht.
Mein Vater nahm mich immer sofort in den Schwitzkasten und genoss mein Zappeln. Er erfreute sich am Stählen meiner dünnen Arme. Im Fernsehen sah ich Ringen immer sehr gerne. Besonders Freistil, obwohl Griechisch Römisch natürlich viel eleganter war. Ich mochte es, wie diese behaarten Muskeltiere sich in knappen Trikots überall anfassten und man die Konturen russischer und bulgarischer Eier sehen konnte. Man sah wie sie schwitzten, keuchten und pupsten und sich das Resthirn auswrangen. Tagelang konnte keiner dieser Meisterringer auch nur einen grammatikalisch nachvollziehbaren Satz zu Stande bringen. Und tolle Namen hatten die: Kran von Schifferstadt, das Schwein aus Texas, Ivan der Neurodermitale und so fort.