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spo.nord


Basic Membre, Lübeck
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A propos de moi

[…] Da allmählich der Prüfungstermin näherrückte, erschien es mir notwendig, auch daran zu denken, nicht länger die Vorbereitung des theoretischen Teils zu vernachlässigen (tatsächlich hatte ich damit begonnen, Fahrstunden zu nehmen, bevor ich mich der theoretischen Prüfung stellte – um gewissermaßen Zeit zu gewinnen, Sie kennen mich). So blätterte ich denn manchmal bei mir zu Hause zerstreut in einem buntfarbig illustrierten Fragenkatalog zur Straßenverkehrsordnung, der verschönt war durch eine Auswahl Photographien in der televisuellen Ästhetik einer Krimiserie, bei der der unsichtbare Täter, stets derselbe, dessen beunruhigend subjektive Perspektive uns in den verschiedensten Kameraeinstellungen gezeigt wurde, hinter dem Lenkrad saß, in diversen Asphaltschluchten, bei Sonne und bei Regen, manchmal auf verlassenen Landstraßen, auf denen dann irgendein Mofafahrer in Anorak und rotem Helm, den Gepäckträger vollgepackt mit beigen Satteltaschen, als das auserwählte Opfer erschien. Die Psychologie des Mörders – in diesem Falle die meine – brach sich im gesamten Text in Form knapper, in der ersten Person Einzahl gehaltener Maximen Bahn, wie „Ich bewege niemals mein Fahrzeug, nicht einen Meter, wenn nicht alle Windschutzscheiben sauber und durchsichtig sind.“ Kein Problem für mich, ich konnte mir vertrauen, und ausgestreckt auf meinem Bett fuhr ich fort, planlos in dem Lehrbuch zu stöbern; und so schlug ich in ihm täglich für einige Augenblicke nach und fand es schließlich eine ganz passable Unterhaltung, die mir, zum Beispiel beim Frühstücken, anhand kleiner stilisierter Autos und Kreuzungen, Straßen und Verkehrsschilder kleine seichte Kopfnüsse zu knacken gab, das Ganze illustriert mit süßen Skizzen auf grünem Hintergrund, mit das Fürchterlichste, dessen die grafische Kunst fähig war. Ich war recht schnell mit den wichtigsten dort aufgezeigten Schwierigkeiten vertraut, konnte schließlich die komplexesten vorstellbaren Situationen abschätzen, und da ich schon immer ziemlich flink gewesen bin, in Gedanken, versteht sich, man darf von niemandem Unmögliches verlangen, war auch schon die Reihenfolge der Vorfahrt festgelegt, kaum hatte ich die Anordnung der Fahrzeuge wahrgenommen. Das dauerte keine zehn Sekunden. Erst das rote, dann das blaue, nur so als Beispiel. Erst das gelbe, dann das blaue, zuletzt das grüne, so ist das. […]

(Jean-Philippe Toussaint, Der Photoapparat)

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