Gerhard M. Eder


Premium (World), Valencia

Bewässerungssystem in Valencia

Das Bewässerungssystem in der Region Valencia wurde von den Mauren während deren Herrschaft in Spanien angelegt und wird regelmäßig in stand gesetzt. Für den Gebrauch von Bewässerungswasser gelten strenge Regeln, worüber ein Wassergericht wacht. Die Anfänge des Wassergerichts gehen zurück ins Mittelalter um 960 n. Chr. während der Herrschaft der Kalifen von Córdoba. Bereits zu jener Zeit wurde fahrlässiger Umgang mit Wasser hart bestraft, da man aufgrund der Wasserknappheit der Region auf Bewässerungssysteme zurückgreifen musste.
Das Wassergericht von Valencia (span. El Tribunal de las Aguas) gilt als die älteste Rechtsinstitution in Europa und einzige Einrichtung ihrer Art, die aus der Araberzeit erhalten blieb. Das Wassergericht wurde gemeinsam mit dem Consejo de Hombres Buenos de la Huerta de Murcia am 30. September 2009 von der UNESCO auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen. Es ist ein einzigartiges öffentliches Verfahren, bei dem hauptsächlich Streitigkeiten unter den Bauern und Grundbesitzern des Umlandes über die Bewässerung der Felder geschlichtet werden.

Das Tribunal, bestehend aus acht schwarzgekleideten Richtern, tagt jeden Donnerstag (ausgenommen an Feiertagen und zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag) zu Mittag vor dem Apostelportal der Kathedrale von Valencia auf der Plaza de la Virgen. Kurz vor zwölf Uhr wird von einem Gerichtsdiener ein Eisengeländer in Form eines Halbkreises mit Eingangstüre und acht Holzstühle aufgestellt. Die Laienrichter werden unter den Bauern der acht Bewässerungsbezirke der Huerta de Valencia (Cuart, Benacher y Faytanar, Tormos, Mislata, Mestalla, Fabara, Rascaña und Robella) gewählt. Unter den acht Richtern wird ein Präsident gewählt, der traditionellerweise aus den Bezirken Fabara oder Tormos stammt. Legitimiert durch die spanische Verfassung sind die vom Tribunal mündlich gefällten Urteile unanfechtbar gültig. Es werden bis auf die Urteilssprüche keine Gerichtsakten geführt und es gibt keine Möglichkeit der Berufung gegen getroffene Urteile des Rats. Das durchgehende Bestehen des Gerichts seit über tausend Jahren, der ungebrochene Respekt gegenüber den Beteiligten, sowie die Verfahrensprinzipien, welche modernen Anforderungen entsprechen, machen das Wassergericht einzigartig.
Wikipedia

Wasserstraße
Wasserstraße
Gerhard M. Eder
Bewässertes Reisfeld
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