Wolfgang P94


Premium (Pro), Welt, Europa

Paradoxon

Keine Zeit mehr
Haben, aber Zeit
Lassen müssen. Können,
Handeln wollen aber
Verdammt sein zur
Handlungsunfähigkeit. Gegangen, umgekehrt.
Türen bleiben verschlossen.
Warten ist indiziert.
Gewartet wird. Nicht
Ewig aushalten das
Warten. In mir
Alles voller überbordender
Gefühle. Außerhalb von
Mir oft vollkommene
Leere und Verlassenheit.
Und häufig umgekehrt:
In mir alles
Leer, außen tobendes
Leben und Emotionen.
Aber: für mich
Nicht greifbar, nicht
Sichtbar, doch bedrohlich.
Weg wollen, flüchten:
Aber wie gelähmt
Warten auf einen
Zug der nicht
Kommt. In mir
Landmarken der Seele.
Aber: keinerlei Orientierung.
Gelernt Schmerz zu
Empfinden, zu fürchten.
Verlernt zu sehen,
Zu hören, zu
Gehen, Kompaß zerstört.
Die Uhr zurückdrehen
Das geht. Die
Zeit aber läuft
Davon unbeeindruckt einfach
Immer, immer weiter.
Ja, der erste
Schritt wäre wichtig.
Doch manchmal wie
Gelähmt, nicht können.
© Wolfgang P94

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