Heide G.


Premium (World), Berlin

unsichtbar machen mit Rainfarn

Die kleine Dott

Märchen und Sagen wurden in der Prignitz über Jahrhunderte weitergegeben. Eine der phantasievollsten Figuren der neueren Zeit ist die kleine Dott. Erschaffen von der Schriftstellerin Tamara Ramsay, wandert das blonde Bauernmädchen mit den graublauen Augen durch die Prignitz. In einer wundersamen Nacht zur Sommersonnenwende, gingen ihre Eltern zum Johannisfeuer in Mellen. Dott musste zu Hause auf ihre Geschwister aufpassen. Um das Feuer, das jedes Jahr am 24. Juni, dem Johannistag, entfacht wird zu sehen, lief sie hinterher. Zur Mitternachtsstunde soll ihr die Blüte der Rennefarre (Rainfarn) in die Schuhe gefallen sein, so dass es für die Menschen unsichtbar und ganz klein wurde. Und nicht nur dies: Plötzlich konnte die kleine Dott die Sprache der Tiere ringsum verstehen. Fortan durchreiste sie die Prignitz, fliegt auf Gurian, dem Fischreiher, über die Lenzener Elbtalaue, stößt in Deutschlands storchenreichstem Dorf Rühstädt auf den Storch Heinotter, erkundet zusammen mit dem Raben Cornix die Kurstadt Bad Wilsnack und lässt sich von der Schleiereule Schuhu etwas über die Familie Gans Edle Herren zu Putlitz erzählen. Die kleine Dott kann sogar Geister sehen und Frau Harke, die Wächterin der Tiere und Pflanzen, die in einer Höhle tief im Berg wohnt. Seitdem sagt man, wer in der Johannisnacht Reenefarre in seine Schuhe steckt, der wird unsichtbar wie die kleine Dott. Aber Vorsicht, wieder sichtbar zu werden ist nicht so einfach.

http://www.prignitz24.de/_prignitz/geschichten_legenden.php

Commentaire 53