Silvia Pax optima rerum


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Die Qualität der Nebenwirkungen

Diese Zeit lastet schwer auf uns. Auf der Suche nach dem richtigen Mittel sollten wir auch diese Zahlen kennen:
23% mehr Fälle von Gewalt an Kindern in der Gewaltambulanz der Charité im ersten Halbjahr 2020.
600.000 Kinder erleben zu Hause Schläge, Stöße und Schlimmeres.
Das sind 6,5 % der Kinder in Deutschland.
461.000 Kinder haben im Jahr 2020 die „Nummer gegen Kummer“ gewählt.
Allein die Online-Beratung hatte einen Zuwachs von 31% zum Vorjahr.
Diese 31% entsprechen 10.428 Kontaktaufnahmen durch Kinder und Jugendliche in Not mehr als sonst.
Die „Jugend-Notmail“ und die „Online-Jugend- und Elternberatung“ verzeichnen Steigerungen seit März 2020 um zeitweise 50 %.
2,6 Millionen Kinder leben – auch ohne Corona – mit suchtkranken Eltern unter einem Dach.
Das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ verzeichnet seit April 2020 einen sprunghaften Anstieg an Beratungen von 15-20%.
67% der Jugendlichen zwischen 18 und 24 fühlen sich zur Zeit überdurchschnittlich psychisch belastet.
800.000 Menschen leiden in Deutschland an Magersucht. 6-10% sterben daran.
Seit Herbst gibt es 10-20 % mehr Anfragen nach Therapieplätzen.
In 50% der Haushalte leben Menschen allein.
74% der an Depressionen Erkrankten geben in einer Befragung an, durch den Lockdown extrem belastet zu sein.
Armut und Existenzangst nehmen dramatisch zu.
Wir sollten die Nebenwirkungen genau berechnen und kennen, wenn wir entscheiden, ob die Verlängerung des Lockdown tatsächlich die beste Wahl im Kampf um unsere Gesundheit ist.

Quellen u.a.: SZ vom 3.12.2020, Pressestellen bmfsfj, Hilfetelefon und „Nummer gegen Kummer“, BKJ Bundesverband der Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten, Charité Gewaltambulanz, Deutsche Alzheimergesellschaft, Fachverband Sucht, Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Einslive, Prof. Dr. Thomas Huber v. Klinik am Korso, Die Zeit 17.1.2021 u.v.m.

Commentaire 14

  • Thomas Tilker 04/02/2021 15:32

    Wie gerne würden die beiden ihre Nonna wieder umarmen...die Gesichter sprechen Bände...aber (s. makna) wir müssen uns gedulden...alles andere wäre tödlich!
    LG Thom
  • Babs Sch 02/02/2021 14:43

    Das ist mehr als erschreckend!
    LG Babs
  • Benita Sittner 02/02/2021 10:59

    ...erschreckende Hintergründe....VLG von Benita
  • makna 02/02/2021 10:33

    1918 war Denver (Colorado/USA) eine der wenigen Städte, die während der Spanischen
    Grippe schnell und konsequent handelten; die dann jedoch die ergriffenen Maßnahmen
    aufgrund wachsenden wirtschaftlichen Drucks bereits am 11. November 1918 wieder
    aufhob. Die darauffolgende zweite Welle der Pandemie traf Denver überproportional
    härter. Denver wird seither als Negativbeispiel für die Folgen eines verfrühten
    Aufhebens epidemiologischer Schutzmaßnahmen herangezogen ...
    ... wie also Abwägen ? ! ?
    BG Manfred
  • motion blur 02/02/2021 8:18

    Auf der anderen Seite sollte man auch die Nebenwirkungen von Lockerungen bedenken. Tut man das zu früh, steigen die Fallzahlen wieder an. Dann kommt die nächste Welle.
    Diesen Dauerlockdown haben wir ja auch deshalb, weil einige meinten, man könne mit dem Virus leben und dürfe nur nicht zu viel dagegen tun. Hat ja jetzt offensichtlich nicht so gut geklappt...
    Die Idee, den Menschen möglichst wenig zumuten zu wollen ist glaube ich die eigentliche Zumutung. Dieses ewige die Fall zahlen herunterdrücken und dann zusehen wie sie wieder zum nächsten Lockdown steigen produziert ein zermürbendes hin und her. Das ist das, was die Menschen erschöpft. Nicht die Maßnahmen selber wenn sie gezielt eingesetzt werden.
    In Ländern wie Australien, China, Thailand oder Neuseeland ist jetzt wieder Normalität. Dort können die Kinder wieder raus. Dort gibt es wieder Großveranstaltungen. Dort war der Lockdown hart und konsequent. Hat aber dann auch ein Ergebnis gebracht.
    Ach so, Armut und Existensangst liegen nicht am Lockdown. Da sind die Forschungen eindeutig. Die Wirtschaft nimmt dort Schaden wo es viele Covidfälle gibt. Egal ob mit oder ohne Lockdown.
    Und wir müssen aufpassen, nicht auch noch in ein Forever-Covid-Szenario hinein zu laufen.
    www.spektrum.de/news/corona-pandemie-hatte-manaus-nicht-die-herdenimmunitaet-erreicht/1821164

    Lg
    • Silvia Pax optima rerum 02/02/2021 14:14

      Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.
      Alles Liebe und Grüße, schön dass es dich gibt, silvia
    • Fotobock 02/02/2021 16:34

      Ein wenig muss man auch aufpassen- grade bei China haben wir keine richtigen Daten und die Lage, Struktur der Länder ist divers ... aber was auch die neueste Studie der Pandemiebewältigung zeigt, wir liegen da ganz weit hinten ...  unser Deutschland, was sich zuerst so hervorgehoben hat ... nunja...- zu einseitig, zu kurzsichtig hangelt sich die Regierung von einem Entschluss zum anderen, lässt ältere Beschlüsse, die noch gelöst werden muss, liegen und schmückt sich mit Unfähigkeit zu Organisieren und zu Planen, dafür wird enorm viel Geld in verschleierte Kanäle gepulvert und Politiker, die bereits vorherige Ämter und Aufgaben - auf unsere Kosten- nicht richtig organisiert und erledigt haben, sind noch im Amt - dort müssen wir uns bedanken. Versäumt seit fast einem Jahr eine richtige Strategie zu erstellen-hüh-hott- wir baden das aus - aber wir haben auch eine Wahl... zu spät, aber dennoch  ...
    • Silvia Pax optima rerum 02/02/2021 17:58

      Ja so und nicht anders, sehe ich diese Situation nicht nur in Deutschland, alles liebe und eine Umarmung aus der Ferne,  Silvia
    • Anette Z. 02/02/2021 21:48

      Ich bin immer noch vorsichtig mit der Frage nach dem Lockdown und den Maßnahmen. Wir sind tatsächlich an einer ziemlich schlimmen Situation knapp vorbei geschrammt. Immerhin hat die zweite Welle jetzt schon mehr als 4 mal so viele Leben gekostet wie die Erste. Der zweite Lockdown war notwendig. Und jetzt haben wir Mutationen, die vielleicht die Situation doch noch aus dem Ruder laufen lassen können.

      Aber ich sehe auch die andere Seite. Bei uns waren gerade Zeugniskonferenzen und ich bin schockiert, wie gleichgültig die Regierung aber auch die Lehrer mit den Problemen der Kinder umgehen. Den schwächeren Schülern wird einfach empfohlen, doch die Schulform zu wechseln. Oder sie sollen sich halt anstrengen und die Lücken eines Jahres aufholen.
      Meine Tochter hat so schlechte Noten, dass wir uns ernsthaft über Alternativen zum Abi Gedanken machen mussten. Als sie den Berufsberater anrief, bekam sie zu hören, dass der während des Lockdowns keine Termine vergeben darf.

      Wenn ich dann höre "wir müssen doch die Schwachen schützen" ... Sorry, dann wird mir schlecht.
      Nicht weil ich die Risikopatienten nicht schützen möchte. Aber die sind nicht die einzigen Schwachen in der Pandemie. Viele Schwache werden übersehen oder vergessen. Weil die Kollateralschäden einfach so groß sind, dass man total den Überblick verliert.
      Was ist mit Depression? Einsamkeit? Existenzangst? Häuslicher Gewalt? Besonders toll, wenn die alten Menschen, die wir doch schützen wollten, ihre letzten Monate alleine in einem Zimmer verbringen.

      Das sagt sich so leicht, dass man das hätte vermeiden können, wenn man die Zahlen niedrig gehalten hätte. Da wäre der Preis wieder hoch gewesen. Ganze Stadtteile wochenlang in ihren Häusern einsperren ist auch keine Lösung! Schon gar nicht in einer Millionenmetropole in China.

      Oder wenn ich heute lese, dass Deutschland doppelt so viele Impfdosen bestellt hat, wie wir brauchen ... in einer Welt, in der manche Staaten noch keine einzige Impfdosis bekommen haben. Da wird mir auch schlecht.

      Irgendwo in dieser ganzen Pandemie ist uns die Menschlichkeit abhanden gekommen. Ironischer Weise auch noch im Namen der Menschlichkeit.
      Gruß, Anette
  • oilhillpitter 02/02/2021 8:15

    Die Probleme werden immer größer. Das gibt einen bleibenden Schaden in unserer Gesellschaft. Wie hoch ist nicht abzuschätzen.
    Liebe Grüße Peter