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MichaelKatzengreis


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Gerechtigkeit

Johanna war immer ein braves wie auch bildhübsches kleines Mädchen gewesen.
Sie half ihrer Mutter und ihren Großeltern stets mit größter Freude und, gleich allen Kindern ihres Alters, liebte sie Tiere über alles in der Welt.
Jeden Morgen auf dem Gang zum Kinderhort -und auch mittags wieder zurück- führte ihr Weg am Garten der Krafczyk´s vorbei, einem älteren Ehepärchen, das sich, als Johanna zwei Jahre alt wurde, einen lustigen kleinen Welpen in´s Haus holte.
Das Mädchen wuchs quasi mit dem Hunde auf. Sie streichelte ihn durch den Zaun hindurch... sie gab ihm immer wieder -verbotenerweise- heimlich ein paar Leckerlies... und das Hündchen kläffte schon von weitem hocherfreut, wenn Johanna wie jeden Morgen und jeden Mittag des Weges kam. Beide liebten sich innigst.
Doch Johanna wurde älter.
Und sie veränderte sich.
Ihren Eltern verweigerte sie sich in jeder Hinsicht und auch ihre liebevolle Warmherzigkeit machte alsbald einem kalten Sadismus Platz.
Den Hund der Krafczyk´s piesackte sie nunmehr gerne mit spitzen Stöcken durch den Zaun hindurch und brannte ihm mit der Steinschleuder fast täglich schmerzhaft spitze Steinchen auf den Pelz!
Der Hund kläffte schon von weitem in rasender Wut, wenn Johanna wie jeden Morgen und jeden Mittag des Weges kam.
An einem Tage jedoch, als Johanna mit einem Tütchen voller Glasscherben an den Zaun trat und Anstalten machte, diese vor den tobenden Hund zu werfen...... bemerkte sie die halb offen stehende Türe des Gartens.......


http://www.youtube.com/watch?v=LGBFAAngUE4

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