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W.H. Baumann


Premium (World), Fichtelgebirge

Die Feste Blankenberg

Die Burg gehörte ursprünglich zu einer Reihe von Sicherungsfestungen an der Saale, war ursprünglich Reichslehen und hatte dann über die Jahrhunderte verschiedene Besitzer.
Die Annahme, dass sie als Zwingburg gegen die Sorben errichtet wurde, ist abwegig. Eher wahrscheinlich ist die Annahme eines Major von Herzberg, die von taktischen Erwägungen ausgeht und die Entstehung von Burgen an der oberen Saale in der Zeit der Kämpfe zwischen Staufern und Welfen legt. Von einem Angriff der Welfen war das Egerland am meisten gefährdet, ein wichtiger Faktor in der Haus- und Reichspolitik der Staufer. Zu seinem Schutz schuf Kaiser Friedrich I. zwischen Saale und Mulde das Vogtland, das im Westen und Nordwesten in dem steil abfallenden Saaletal ein starkes Hindernis bildete. Zu diesem Zweck wurden vermutlich auch die Burgen am rechten Ufer der oberen Saale auf Befehl des Kaisers errichtet. Die linke Flanke der Hauptverteidigungslinie war durch die obere Saale gesichert, wenn die Flussübergänge gesperrt waren.
Mit Beginn der Neuzeit hatte die Burg wie alle Burgen ihren ursprünglichen Sinn als Wehrbau verloren. Sie wurden langsam zu Schlössern, bei denen Bequemlichkeit über Sicherheit und Befestigung ging. Das Schloss, war ein Wohnbau mit abgerundeten Ecken, es hatte romanisches Mauerwerk, das in neuerer Zeit wieder dürftig hergestellt worden war. Das hochragende Hauptgebäude war aus Schieferplatten gefertigt und lag auf einem Felsklotz, der durch einen noch sichtbaren Graben vom übrigen Gelände abgetrennt war. Äußerlich dominierten sieben wuchtige Strebepfeiler und die Untergeschosse hatten lediglich Lichtschlitze und Scharten. Nur die Obergeschosse besaßen Fenster. Die mittelalterliche Burg wurde im Laufe der Zeit von den Besitzern innen und außen schlossartig umgestaltet. Die äußeren Bereiche bildeten einen großen Hof zur Bewirtschaftung des Rittergutes. Für die Schlossbewohner fand in der zum Schloss gehörenden Schlosskapelle der Sonntagsgottesdienst statt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb der trutzige Bau des Schlosses nahezu unverändert erhalten. Im Zusammenhang mit den Enteignungen durch die Bodenreform erließ die damalige sowjetische Besatzungsmacht den Befehl Nr. 209 zum Abbruch von Adelssitzen. So wurde am 14. Juni 1948 das Alte Schloss, wie es im Volksmund bezeichnet wurde, nach einer über 700-jährigen Geschichte gesprengt.
Bis zur politischen Wende 1989 geriet der Trümmerhaufen nahezu in Vergessenheit. Erst zu Beginn der 1990er Jahre fanden sich engagierte Bürger zusammen und legten seit 1995 unter fachkundiger Leitung die Reste des Schlosses frei. So ist der Turnierplatz mit dem neu gemauerten Tor wieder deutlich zu erkennen. Die Stützmauern würden zum Teil neu errichtet; ein Schlossgarten mit Pavillon wurde angelegt. Das Kreuzgewölbe des Rittergutsgebäudes wurde restauriert und dort eine kleine Sammlung von Fundstücken der Ausgrabungen eingerichtet. Im Jahr 2007, anlässlich der 775-Jahrfeier, wurde ein Modell des Schlosses im Maßstab 1:10, auf einem Rondell am Fuß der Ruine aufgestellt.

(wiki)

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