† dannpet


Premium (Basic), Riga

Nenn ich dich Glück? (Unvollendet)

Nenn ich dich Glück? Entsetzen?
nenn ich dich Heil oder Folter?
Ich weiß keinen Namen
Zu fassen dich; ich fügte keinen Rahmen
Um dich, daraus dein Bild nicht löste sich
Und schritt davon.
Ich habe dich zu halten
Vermocht in keiner einzigen Gestalt.
Ich griff mit einer innigen Gewalt
Und was ich griff, lächelte schon gespalten…

Du bist so weise dich stets zu entwinden
Aus meinen Worten, meinem Blick, der Hand,
Daß ich schon oft vermeinte dich zu finden,
Wenn ich fand

Maria Luise Weissmann (1899-1929), deutsche Dichterin

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Ich laufe durch Städte und Straßen,
lausche ihren Klängen, ihren Geschichten,
nur ein Ausschnitt, nur eine Ahnung - kein Anfang, kein Ende
nur Erleben, nur Gedanke - sie vereinen sich mit der Erinnerung.

Es sind die Geschichten, die Erinnerungen die, um vollkommen oder auch vollendet zu sein, unvollendet bleiben müssen! ...

... so wie dieser Bildauschnitt, den ich in einer Bahnunterführung, Nähe "Berlin Alexanderplatz" aufgenommen habe, der Rest eines wohl einstmal größeren Kunstwerkes, welches inzwischen von den Geschichten der Stadt zur Erinnerung verfällt, sich im Vergehen mit ihnen verbindet.
... so wie das Gedicht von Maria Luise Weissmann, einer Dichterin, die ich erst kürzlich entdeckt habe. 1899 geboren wurde sie schon sehr früh von einer schweren Angina dahingerafft und so blieb auch sie unvollendet, in dem Moment, als sich ihre Lebensgeschichte vollendete.

Commentaire 27

  • Hansiwalther 15/03/2020 17:00

    Auch hier eine interessante Kostellation, und ein sehr gutes Foto.
    Gruß Hansi
  • Schoenwolf 05/03/2019 22:21

    Du scheinst ein sehr "intellektueller Fotograf" zu sein, der seine Fotos in ein Bad der Poesie taucht und präsentiert. Die Untermalung deiner Bilder mit lyrischen Texten gibt den Betrachter Weg und Richtung vor, aber er lässt ihm trotzdem Raum für eigene Gedanken! 
    LG - Wolfgang
    • † dannpet 30/03/2019 17:46

      Deine Worte sind äußerst erbaulich, du beschreibst sehr treffend mein Tun hier in der FC. Nur sehe ich mich selbst nicht als "intellektueller Fotograf", würde mich vielleicht als Fotofreund bezeichnen, der in seiner Freizeit selbst gerne fotografiert...
      Mein Motto: Mit dem Bild über das Bild hinaus!

      herzlich dankend - Peter
  • GrauTag 05/08/2017 14:58

    Die "Unendlichkeit" des Sehens...-
    VG Volker
  • Haui 18/06/2017 11:51

    Was für ein spannendes Graffity von dir entdeckt!
    Excellent!!
    Gruss Marcus
  • esti 7 31/05/2017 8:41

    Des Geschehen's Flut.... alles drängt zur Vollendung,
    aber es bedeutet auch Tod... ..
    ständiges werden und wieder vergehen.....
    ...die Schöpfung ist vollkommen.....
    ...nur wir können nicht auf der Erde leben,
    ohne sie auch zu zerstören, aber mit
    Achtsamkeit könnte die Zerstörung weniger
    krass ausfallen.....
    Ernestine
  • - R.N. - 03/05/2017 13:55

    Es ist schon bemerkenswert was man in Bahnunterführungen so findet.
    Hier war offensichtlich nicht der "gemeine" Graffiti-Sprayer unterwegs, nein, hier scheint eher der Kunststudent für die Zeit bis zur nächsten Reinigungsaktion im Bahntunnel den vielen Menschen die hier täglich vorbeieilen ein Zeichen geben zu wollen.
    Adam wurde erschaffen, aber wie Du treffend anmerkst, unvollendet!
    Bereits durch andere Betrachter Deines Bildes erkannt, wir dürfen uns hier schon angesprochen fühlen - der Mensch, unvollendet. Wir wurden erschaffen, eigentlich um uns weiter zu entwickeln, aus Fehlern zu lernen - wir können es nicht.
    Gott hat uns nach seinem Ebenbild erschaffen - ich kann es nicht wirklich glauben? Das wir den Adam nicht sehen - möglich dass ein neuer Adam im Entstehen ist um dem Ebenbild wenigstens etwas näher zu kommen. Und dann wird wieder ein Adam entstehen und wieder einer und....

    Schöne Grüße
    Reimund
  • YVES Lr 28/02/2017 9:35

    Les artistes de rue ont parfois un vrai talent et une inspiration surréaliste. Pas toujours, loin de là. Mais parfois.
  • J-e-s 03/12/2016 14:58

    wegweisend
    Gruß Heinz
  • Hansiwalther 23/11/2016 16:33

    Ich vereinfache das mal für mich. Wer nicht lieben kann, ist tot.....Eine tolle Arbeit, ein Werk zum Nachdenken. Gruß hansi
  • Rumtreibär 03/11/2016 11:37

    stark in Wort und Bild, gefällt mir gut
    carpe lucem - HG Dieter
    * via FC-App *
  • † dannpet 28/10/2016 17:08

    Herbert... ich fasse zusammen und halte mich an die Poesie des Staunens.
  • † dannpet 28/10/2016 16:58

    ... ja Eckhard unbestritten und dennoch: Wieviel Zeit müssen wir noch bekommen, um uns auch nur annähernd in dieser uns zur Verfügung stehenden Zeit vollenden zu wollen oder sollte ich besser schreiben zu können? Sind wir gar unfähig das Geschenk der Zeit anzunehmen?
  • Herbert Vorbach 28/10/2016 16:49

    Schlage vor:
    Staunen annehmen statt Zweifel verhätscheln
    und
    Poesie entdecken statt Grübeln dokumentieren.
    https://www.youtube.com/watch?v=DqA25Ug71Mc
  • † dannpet 05/10/2016 20:45

    @Hubert, ich dachte mir, 'diesen Artikel (Verlinkung) hast du doch an anderer Stelle, unter anderem Foto bereits gelesen' und siehe da:
    > http://www.fotocommunity.de/photo/provinziell-idyllisch-hubert-haase/38342557

    Du weißt es natürlich :)
    Kommen wir also von der provinziellen Idylle zurück in den "Einkaufswagen" von Michelangelo (denn seine Darstellung des Schöpfergottes wird längst auch in den Supermärkten feilgeboten, wie das Bildwerk bei genauerer Betrachtung zu beweisen scheint).
    Was der Artikel beweist: Handeln entspringt meist nicht der Einsicht oder gar Erkenntnis. Und so suchen wir meist dort, wo wir eigentlich nichts finden wollen. Für derartige Erkenntnisse nun sind göttliche Zeugungen nicht von sondern in Nöten.

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